Seit den 1980er Jahren war jedes Jahrzehnt wärmer als das vorangegangene, wobei die acht Jahre zwischen 2014 und 2021 die heißesten Jahre überhaupt seit Beginn der Wetteraufzeichnung waren. Mit zunehmender Wärme steigt auch der Meeresspiegel und bedroht die Existenz von Inselstaaten und Ländern wie Bangladesch. Zudem kommt es vermehrt zu Waldbränden, Dürren, Stürmen, starken Niederschlägen und Überschwemmungen. Schon jetzt lassen sich diese Veränderungen deutlich wahrnehmen, weswegen die internationale Staatengemeinschaft im Dezember 2015 mit dem Übereinkommen von Paris ein entsprechendes Gegenwirken beschloss. Dem Abkommen nach sollen Anstrengungen unternommen werden, damit die globale Durchschnittstemperatur nicht um mehr als 1,5 °C und keinesfalls um mehr als 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau steigt. Seither haben viele Staaten einen Fahrplan zur sukzessiven Reduktion des CO2-Ausstoßes verabschiedet. 120 Länder, die für über 70 % des weltweiten BIP verantwortlich sind, haben sich dabei sogar zu einer zukünftigen Kohlenstoffneutralität verpflichtet.  Neben einem verstärkten Engagement in erneuerbare Energien lassen sich diese Ziele nur durch einen zusätzlich niedrigeren Energieverbrauch erreichen.

Der Gebäudesektor als CO2-treibende Kraft

Laut einem Bericht der Global Alliance for Building and Construction, die zum Umweltprogramm der Vereinten Nationen gehört, ist allein der Gebäudesektor für 38 % der gesamten energiebedingten Kohlenstoffemissionen weltweit verantwortlich. Die Verringerung des CO2-Ausstoßes in diesem Sektor spielt daher eine herausragende Rolle bei der Erfüllung der Klimaziele. Ideale Rahmenbedingungen also für Investitionen in entsprechende Lösungsanbieter.

Auf die Hülle kommt es an

1665 erteilte der französische König Ludwig der XIV. ein exklusives Herstellungsprivileg für Spiegelglas an Nicolas Dunoyer und seine Partner. Ziel war es, die Monopolstellung der Republik Venedig auf Europas Spiegelmarkt zu brechen. Die entstandene königliche Spiegelglasmanufaktur hatte ihre Hauptproduktionsstätte in einem kleinen Dorf in der Normandie und teilt mit diesem mittlerweile auch seinen Firmennamen – Saint-Gobain (WKN: 872087 ISIN: FR0000125007). Dabei produziert man längst nicht mehr nur Spiegelglas. Das Unternehmen selbst bezeichnet sich als Weltmarktführer für die Gestaltung von nachhaltigen Lebensräumen und bestimmt den Markt in den Bereichen Flachglas, innovative Werkstoffe, Bauprodukte und Baufachhandel. Mit seinen Lösungen für die Renovierung, die Gebäudehülle und den Leichtbau sollen nach eigenen Angaben mindestens zwei Dritteln der durch Gebäude verursachten Emissionen vermieden werden können.

Heizung, Lüftung, Klimatechnik (HLK)

Ganz gleich wie effizient die Baustoffe, die Dämmung und die Verglasung der Gebäude sind, ohne HLK-Systeme, die für ein angenehmes Raumklima sorgen, kommen Gebäude nicht aus. Marktführer in diesem Segment ist das japanische Unternehmen Daikin (WKN: 857771 ISIN: JP3481800005), welches ehrgeizige Klimaziele verfolgt. Bis 2050 will das gesamte Unternehmen CO2-neutral werden. Dabei blickt der Klimaanlagenproduzent über den eigenen Tellerrand hinaus und gestaltet nicht nur die eigenen Arbeitsabläufe und Produkte immer effizienter: In Entwicklungsländern setzt sich das Unternehmen dafür ein, Standards für Energieeffizienz einzuführen oder zu überarbeiten. 2018 bewirkte man so bspw. in Brasilien gemeinsam mit der dort ansässigen Japanischen Botschaft sowie dem Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie ein neues Energielabel. Ein Engagement, welches sich auch für Shareholder bezahlt macht, schließlich sichert sich das Unternehmen auf diese Weise eine bessere Marktposition gegenüber weniger effizienten Wettbewerbern.

Beleuchtung

Laut der Initiative United for Efficiency (U4E) – einem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, ließen sich durch eine konsequente weltweite Umstellung auf energieeffiziente Beleuchtung die Kohlendioxid-Emissionen um 390 Millionen Tonnen pro Jahr reduzieren. Verbraucher könnten so rund 50 Milliarden Dollar an Energiekosten sparen. Seit 127 Jahren steht dabei die Marke Philips für hochwertige und energieeffiziente Beleuchtung. 2008 führte das Unternehmen die ersten kommerziellen LED-Retrofitlampen ein und seit 2012 sorgt Philips Hue für intelligente Beleuchtung zu Hause. Investoren sollten beachten, dass Philips Lightning seit 2016 durch die Trennung von Royal Philips ein eigenständiges Unternehmen ist und seit Mai 2018 unter dem Namen Signify (WKN: A2AJ7T ISIN: NL0011821392) firmiert.

Je smarter desto effizienter

Damit Beschäftigte und Besucher sich wohlfühlen und ein Gebäude zugleich maximal effizient im Betrieb ist, sollten alle Komponenten größerer Gebäude intelligent vernetzt sein und zusammenwirken. Johnson Controls (WKN: A2AQCA ISIN: IE00BY7QL619), der weltweit führende Anbieter intelligenter und nachhaltiger Gebäudetechnik, bietet unter der Marke OpenBlue Produkte und Lösungen aus den Bereichen Gebäudeautomation sowie Kälte- und Klimatechnik an, die nahtlos ineinandergreifen. Ein intelligentes Energiemonitoring sorgt dabei dafür, dass nur noch wirklich benötigte Energiemengen erzeugt und verteilt werden. Bleibt ein Raum leer, so wird er nicht länger unnötig beleuchtet oder klimatisiert. Dabei verleiht das System Gebäuden eine Art Gedächtnis und richtet beispielsweise die Raumtemperatur an den Bedürfnissen in der Vergangenheit aus. Zudem werden auch Wetterdaten intelligent genutzt, wodurch bspw. auf ein unnötiges Heizen verzichtet wird, falls die Fensterfront des Zimmers von der Sonne beschienen wird.

Investitionen in die vorgestellten Unternehmen könnten langfristig nicht nur eine gute Rendite abwerfen, sondern tragen auch zum Wohlergehen auf unserem Planeten bei. Vielleicht gibt es dann irgendwann wieder ein Jahrzehnt, welches kälter ist als das vorangegangene.